Mit nahezu 50 % dominiert Europa den weltweiten Käsemarkt. Steigender Käsekonsum, vielfältige Angebotsformen und neue regulatorische Anforderungen erhöhen auch den Bedarf an Verpackungen, die das Naturprodukt Käse schützen und Materialeffizienz, Verarbeitbarkeit und Recyclingfähigkeit in Einklang bringen. Für Hersteller und Abpacker wird damit die Betrachtung des gesamten Systems aus Produkt, Verpackung, Maschine, Logistik, Handel und Nutzung immer wichtiger.
Mit der EU-Verpackungsverordnung PPWR rücken recyclinggerechtes Design, geringerer Materialeinsatz und die Bewertung von Verpackungen anhand verbindlicher Kriterien stärker in den Fokus. Zugleich darf die Optimierung nicht zulasten von Haltbarkeit, Lebensmittelsicherheit oder Prozessstabilität gehen. Ein Unternehmen, das zu den Pionieren im Segment Käseverpackung zählt, ist die SÜDPACK. Denn mit der Entwicklung eines ersten Käsereifungsbeutels legte der Molkereimeister und Firmengründer Alfred Remmele bereits vor über 60 Jahren den Grundstein für das Familienunternehmen. Heute umfasst das Portfolio im Molkereisegment neben den Reifebeuteln Verpackungslösungen für Stück-, Scheiben- und Reibekäse wie auch für Mozzarella und weitere Käsespezialitäten.
Drei Entwicklungsrichtungen prägen den Verpackungsmarkt
In den kommenden Jahren dürfte sich die Verpackungsentwicklung vor allem auf drei Felder konzentrieren: dünnere und leistungsfähige Materialstrukturen, recyclingfähige Monomaterialkonzepte sowie Barriereeigenschaften, die genauer auf das jeweilige Käseprodukt abgestimmt sind. Hinzu kommen Verbesserungen bei Siegelmedien, Packungsformaten und energieeffizienter Verarbeitung.
Die Anforderungen unterscheiden sich dabei je nach Käsesorte und Verpackungsformat. Verpackungen müssen den Sauerstoff- und Feuchtigkeitseintrag steuern, Aroma und Frische erhalten, gegebenenfalls Reifungsprozesse unterstützen und auf bestehenden Anlagen sicher verarbeitbar sein. Eine maximale Barriere ist dabei nicht in jedem Fall sinnvoll: Bei ausgasenden Produkten kann ein definierter Gasaustausch erforderlich sein.
Monomaterialien als wichtiger Entwicklungspfad
Insbesondere den Einsatz von Monomaterialien auf Basis von PE und PP sieht SÜDPACK als zentralen Hebel in puncto Kreislaufwirtschaft, da für beide Polymere in vielen EU-Ländern bereits Wertstoffkreisläufe existieren. Sie kommen für unterschiedliche Käseanwendungen infrage – von Beuteln und Flow Packs bis zu thermoformbaren Verpackungen für Aufschnittware. Daneben bleibt die Optimierung bestehender Verpackungssysteme wichtig. Denn oft lassen sich bereits durch geringere Folienstärken, optimierte Packungsformate oder wiederverschließbare Systeme Nachhaltigkeitseffekte im Vergleich zu Verbundmaterialien bzw. zu Verpackungen ohne Wiederverschluss erzielen.
Entscheidend ist, dass Materialwahl und Folienaufbau gemeinsam mit Siegelperformance, mechanischer Belastbarkeit und Maschinengängigkeit betrachtet werden.
Ein ideales Konzept zum Verpacken beispielsweise von Käsesnacks, Mozzarella, Reibe- und Stückkäse sind die PP- und PE-basierten Flow Packs der CarbonLite®-Produktfamilie: Sie sind leichtgewichtig und können je nach Anwendung mit passenden Gas- und Wasserdampfbarrieren ausgestattet werden. Stückkäse benötigt z.B. einen kontrollierten Gasaustausch, während bei Mozzarella vor allem die Siegelfähigkeit durch Lake und eine ausgezeichnete Durchstoßfestigkeit und Dichtigkeit gefordert sind. Bei Zipperbeuteln für Reibekäse ist das Einsiegeln des Zippers bei hohen Taktzahlen eine Herausforderung, der SÜDPACK mit PE-Strukturen begegnet. Diese lassen sich auf einem bestehenden Maschinenpark oftmals stabiler, einfacher und sicherer verarbeiten als PP-Materialien.
Coextrusion ist der Schlüssel für leistungsfähige Monomaterialkonzepte
Eine zentrale Stärke von SÜDPACK liegt in der Coextrusion. Durch das präzise Zusammenspiel verschiedener Funktionsschichten kann der Folienhersteller Eigenschaften wie Barrierewirkung, mechanische Stabilität, Siegelfähigkeit und Maschinenlauf zuverlässig einstellen und Verpackungskonzepte gezielt für Produkt, Prozess und vorhandene Verpackungsmaschine auslegen. Neuentwicklungen können auf der hochmodernen Pilotanlage multiXtrusion im industriellen Maßstab getestet werden, um nach erfolgreichem Abschluss der Tests direkt in die hauseigene Produktion zu gehen. Für Kunden bedeutet das weniger Entwicklungsrisiko und mehr Planungssicherheit bei der Umstellung auf Monomaterialien.
Wiederverschluss gegen Lebensmittelverluste
Bei Scheibenkäse dominiert die Tiefziehverpackung, weil sie das Produkt in der Kühltheke attraktiv in Szene setzt und dem Verbraucher eine einfache Entnahme ermöglicht. Wird die Packung mit einem Wiederverschluss ausgestattet, bleibt der Aufschnitt nach dem ersten Öffnen der Packung vor schnellem Austrocknen und somit auch vor vorzeitigem Verderb bewahrt.
Die Multipeel Pure PP Oberfolie lässt sich als reines PP-Verpackungskonzept mit einer Mono-PP Hartfolie kombinieren und damit bestehenden Recyclingströmen zuordnen.
Alternativ ist die Multipeel auch auf Mono-APET-Schalen siegelfähig. Aufgrund ihrer Materialzusammensetzung lässt sie sich im Recyclingprozess vom Materialstrom der APET-Unterfolie trennen, der damit sortenrein dem entsprechenden Wertstoffstrom zugeführt werden kann.
Partnerschaftliche Entwicklung bis zur sicheren Implementierung
Doch ganz gleich, für welches Verpackungskonzept sich der Kunde entscheidet – er wird von der ersten Idee entlang des gesamten Entwicklungsprozesses bis zur Implementierung durch die SÜDPACK-Experten aktiv unterstützt. Denn die Umstellung auf recyclinggerecht gestaltete Verpackungskonzepte wirft praktische und wirtschaftliche Fragen auf: Wie lässt sich der Produktschutz sicherstellen? Welche Anpassungen sind auf bestehenden Anlagen nötig? Wie verhalten sich neue Materialien im Prozess?
SÜDPACK begleitet entsprechende Entwicklungs- und Umstellungsprojekte mit Material- und Anwendungsberatung, Bemusterungen, Prüfungen sowie Bewertungen von CO2-Wirkung und Recyclingfähigkeit. Ziel ist es, Umstellungsrisiken möglichst gering zu halten und neue Verpackungskonzepte sicher in bestehende Produktionsprozesse zu integrieren.