
Lange war Nachhaltigkeit ein Ziel, über das gesprochen wurde. Mit der PPWR wird daraus eine konkrete Verpflichtung. Die Verordnung markiert für die Verpackungsbranche einen echten Wendepunkt – und läutet eine Phase ein, in der belastbare Nachweise wichtiger werden als gute Absichten.
Wenn aus Orientierung Verbindlichkeit wird
Ende März, sozusagen in letzter Minute, hat die EU ihre für das 1. Quartal 2026 angekündigten Leitlinien zur Umsetzung der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) veröffentlicht. Auch wenn die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen sowie Metal Packacking Europe (MPE) trotz aller Fortschritte noch zusätzliche Klarstellungen anmahnen – Fakt ist: Ab dem 12. August 2026 greifen die neuen Pflichten.
Damit endet eine Phase, in der Nachhaltigkeit vielerorts noch vor allem strategisch verortet war. Künftig zählen Nachweise statt Absichtserklärungen. Die EU hat unmissverständlich klargemacht, dass es keine weitere Schonfrist geben wird. Umso wichtiger ist es jetzt, die verbleibende Übergangsphase konstruktiv zu nutzen.
In ganz Europa laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Bisherige Verpackungen kommen auf den Prüfstand, Designs werden optimiert, nachhaltigere Materialoptionen fieberhaft diskutiert, Lebenszyklusanalysen bemüht. Immer deutlicher zeigt sich dabei: Die PPWR betrifft nicht nur einzelne Verpackungen oder Anwendungen, sondern verändert das Verständnis davon, was Verpackung künftig leisten muss.

… stehen vor allem vier Themen, die für die spätere PPWR-Compliance entscheidend sind:
→ Materialeinsparung
→ Recyclingfähigkeit
→ Rezyklateinsatz und
→ biobasierte Materialstrukturen.
Genau an diesen Stellschrauben wird derzeit branchenweit gearbeitet.
Folienhersteller wie SÜDPACK stehen am Anfang der Prozesskette – und damit an einer entscheidenden Stelle im Transformationsprozess der Kunststoff- und Verpackungsindustrie. Unsere Produkte sind ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu nachhaltigeren Verpackungslösungen. Deshalb haben wir frühzeitig die Weichen gestellt: mit neuen Produktionslinien, einem internen Wertstoffmanagement samt eigener Regranulierung und Compoundierung, recyclingfähigen Hochleistungsfolien und Verpackungskonzepten für unterschiedlichste Anwendungen sowie einer belastbaren Datenbasis zur späteren Nachweisbarkeit der PPWR-Konformität.
Hinzu kommt mit SPQ (Sustainable Print Quality) sogar eine neue Drucktechnologie, die dazu beiträgt, Umweltbelastungen auch im Verpackungsdruck so gering wie möglich zu halten.
Wie groß der Handlungsbedarf tatsächlich ist, zeigt auch der PPWR-Stimmungsindex 2025, ein „Realitätscheck“ von Fraunhofer IML, Logistikbude und Initiative Mehrweg. Demnach sind bislang nur rund zehn Prozent der befragten Unternehmen im deutschsprachigen Raum wirklich gut vorbereitet. Fast jedes zweite Unternehmen überschätzt den eigenen Umsetzungsstand. Gleichzeitig wünschen sich viele konkrete Leitfäden, gezielte Beratung und Schulungen.
Die Erkenntnis daraus ist ebenso einfach wie zentral: Information ist ein Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit. Unternehmen mit hohem Wissensstand erreichen in der Regel auch einen deutlich höheren Umsetzungsgrad.
Für SÜDPACK steht fest, dass Nachhaltigkeit nicht als Summe einzelner Maßnahmen verstanden werden darf. Sie entfaltet ihre Wirkung nur dann, wenn sie ganzheitlich gedacht und entlang der gesamten Wertschöpfungskette gelebt wird. Genau deshalb konzentrieren wir uns nicht nur auf unsere Produkte, sondern darauf, die Zukunft der Verpackungswelt aktiv mitzugestalten – und unsere Kunden auf dem Weg in Richtung PPWR-Konformität zu begleiten.
Weiterlesen: Teil 2 – Was die PPWR-Verordnung konkret fordert