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Nachhaltigkeit braucht Belege

Wie belastbare Daten nachhaltige Verpackungsentscheidungen ermöglichen

PPWR und EmpCo erhöhen die Anforderungen an Verpackungen und deren Kommunikation. Entscheidend sind künftig nachvollziehbare Daten, geprüfte Prozesse und belastbare Nachweise – von der Materialauswahl bis zur Lieferkette

Nachhaltigkeit braucht Belege
07/10/2026 5 min.

Die Anforderungen an Verpackungen, auch für Lebensmittel, verändern sich grundlegend. Die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation, kurz PPWR, richtet den Blick unter anderem stärker auf recyclinggerechtes Design, Packungsminimierung und dokumentierte Konformität. Seit dem 12. August 2026 gilt die Verordnung grundsätzlich unmittelbar. Technische Dokumentation und EU-Konformitätserklärung werden damit zu wichtigen Bestandteilen der Nachweisführung. 

Parallel steigen die Anforderungen an die Nachhaltigkeitskommunikation. Mit der EmpCo-Richtlinie werden allgemeine oder nicht ausreichend belegte Umweltaussagen stärker eingeschränkt. Aussagen müssen präzise, nachvollziehbar bzw. auf überprüfbare Nachweise gestützt sein. 

Für Lebensmittelhersteller entsteht daraus eine klare Konsequenz: Nachhaltigkeit muss nachweisbar werden.

Produktschutz bleibt die Ausgangsbasis

Eine Verpackung darf jedoch nicht allein auf Recyclingfähigkeit oder einen möglichst geringen Materialeinsatz reduziert werden. Ihre zentrale Aufgabe bleibt der zuverlässige Schutz des Lebensmittels. Barrierewirkung, Dichtigkeit, Siegeleigenschaften und mechanische Stabilität müssen auf Produkt, Prozess und Lieferkette abgestimmt sein. 

Nachhaltige Verpackungsentwicklung beginnt deshalb mit der Frage, welche Leistung tatsächlich benötigt wird. 
Ziel ist nicht eine pauschale Minimierung, sondern ein bedarfsgerechter Materialeinsatz, der Produktschutz und Ressourceneffizienz verbindet. 
SÜDPACK entwickelt dafür Verpackungskonzepte, die auf Recyclingfähigkeit ausgerichtet und zugleich an die jeweiligen funktionalen Anforderungen angepasst sind. 

Von der Umweltwirkung zur belastbaren Entscheidungsgrundlage

Ob eine Verpackungsalternative ökologische Vorteile bietet, lässt sich nicht allein aus der Materialart ableiten. Herstellung, Materialmenge, Energieeinsatz, Transport und End-of-Life-Szenario beeinflussen die Gesamtbilanz.

SÜDPACK bietet seinen Kunden an, bei der Umstellung von bestehenden Verpackungen und alternative Konzepte die Ökobilanz innerhalb definierter Systemgrenzen mittels eines internen Tools zu vergleichen. 
Berücksichtigt werden neben Treibhausgasemissionen auch der Verbrauch fossiler Ressourcen sowie weitere detaillierte Umweltkategorien. Unterschiedliche Verwertungswege am End-of-Life können als Szenarien modelliert werden. 

Entscheidungen können so auf vergleichbaren Daten getroffen werden. 
Die Ergebnisse unterstützen die Verpackungsentwicklung und die sachliche Dokumentation klar abgegrenzter Umweltvorteile, auch wenn sie kein Ersatz für eine externe Validierung sind.

Daten schaffen Anschlussfähigkeit

Mit der PPWR wächst der Bedarf an strukturierten Daten von Verpackungsmaterialien. Lebensmittelhersteller müssen relevante Informationen aus ihrer Lieferkette zusammenführen und für technische Dokumentationen verfügbar halten. Die Verordnung verlagert den Fokus damit vom nachgelagerten Abfallmanagement stärker auf Verpackungsdesign und dokumentierbare Verpackungseigenschaften. 

SÜDPACK kann hierfür strukturierte und anschlussfähige Spezifikationsdaten der Verpackungsmaterialien bereitstellen sowie beratend zur Seite stehen. Dies reduziert Rückfragen, erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Einkauf, Qualität, Verpackungsentwicklung und Nachhaltigkeitsmanagement und schafft eine bessere Grundlage für Dokumentationsprozesse. Wichtig ist eine präzise Rollenverteilung: Die abschließende rechtliche Bewertung und Konformitätserklärung verbleibt bei dem nach PPWR jeweils verantwortlichen Wirtschaftsakteur.

Ein Blick in die Zukunft lässt noch auf weitere Arbeitserleichterungen hoffen: 
Durch eine branchenweite Standardisierung von maschinenlesbaren Exportparametern könnte mithilfe von KI ein unkomplizierter Import in die jeweiligen unternehmenseigenen Systeme erfolgen.

Investitionsschutz entsteht auf der Maschine

Ein recyclinggerechtes Materialkonzept schafft aber erst dann wirtschaftlichen Nutzen, wenn es sich stabil verarbeiten lässt. Neue Folien können Siegelparameter, Taktleistung, Tiefziehverhalten oder Maschineneinstellungen beeinflussen. Deshalb muss die Verpackung als Gesamtsystem aus Material, Produkt, Maschine und Prozess betrachtet werden.

SÜDPACK begleitet Kunden von Konzept und Design for Recycling über Prototypen und Laboranalysen bis zu Maschinentests, Industrialisierung und Serienbetreuung. 
Im Entwicklungs- und Anwendungszentrum entstehen individuelle Lösungen und es werden Anwendungstests durchgeführt. 

Auch Praxisprojekte mit Maschinen- und Komponentenherstellern zeigen, wie Folie, Ausstattung und Anlage gemeinsam auf Prozessstabilität ausgerichtet werden können. Risiken beim Materialwechsel lassen sich so früher erkennen. Das unterstützt stabile Produktionsprozesse, erleichtert die Nutzung vorhandener Anlagen und schützt getätigte Maschineninvestitionen.

Der CCF macht Fortschritt steuerbar

Auch auf Unternehmensebene setzt Nachweisfähigkeit eine belastbare Datenbasis voraus. Der Corporate Carbon Footprint, kurz CCF, zeigt, wo Emissionen entstehen, wie sich Maßnahmen auswirken und an welchen Stellen weiterer Handlungsbedarf besteht.

SÜDPACK hat sich zur Science Based Targets initiative bekannt. Die Near-Term-Targets für Scope 1, 2 und 3.1 wurden validiert. Nach den aktuellen Unternehmensdaten für lagen die CO₂e-Emissionen 2025 insgesamt 21 Prozent unter dem Basisjahr 2021. In Scope 1 und 2 wurde eine Reduktion um 73 Prozent erreicht, in Scope 3.1 um 16 Prozent. Eine gerade in der Implementierung befindliche Softwarelösung bündelt zukünftig Emissionsdaten, Ziele und Fortschritte in einem Dashboard und standardisiert Datenerfassung, Auswertung und Berichterstattung 

Geschäftspartner erhalten dadurch nachvollziehbare Informationen zu Emissionsreduktionsmaßnahmen und zum Zielerreichungsgrad von SÜDPACK. Das kann die eigene Lieferantenbewertung und die Einordnung beschaffungsbezogener Emissionen unterstützen. Die Daten können über Lieferantenportale oder Fragebögen übermittelt werden.  

Lieferkettenleistung wird überprüfbar

Nachhaltigkeitsanforderungen enden nicht am Werkstor. Angaben zu Umweltmanagement, Arbeits- und Menschenrechten, Ethik und Beschaffung werden für Einkaufsentscheidungen und Risikobewertungen wichtiger.

SÜDPACK erreichte im EcoVadis-Rating 2026 86 von 100 Punkten, erhielt erneut die Platin-Medaille und zählt damit zu den besten ein Prozent der bewerteten Unternehmen. 

Bewertet wurden Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. 

Kunden erleichtert die Einordnung des Lieferanten durch ein externes Rating die eigenen Beschaffungs-, Audit- und Risikomanagementprozesse durch dokumentierte Informationen.

Aus Verpackungen werden dokumentierte Gesamtsysteme

Für Verpackungsentwickler und Einkäufer von Verpackungsmaterialien liegt die zentrale Aufgabe deshalb nicht darin, das vermeintlich nachhaltigste Material auszuwählen. Gefragt ist ein abgestimmtes System aus Produktschutz, Recyclingfähigkeit, Umweltwirkung, Prozessstabilität, Datenqualität und Lieferkettentransparenz.

SÜDPACK positioniert sich in diesem Umfeld nicht nur als Folienlieferant, sondern als Lösungsanbieter mit Verpackungsentwicklung, Anwendungstechnik, LCA-Service, Datenunterstützung und dokumentiertem Nachhaltigkeitsmanagement. Der strategische Wert liegt in der Verbindung dieser Kompetenzen: Ökologische Verbesserungen können bewertet, technische Risiken praktisch geprüft und relevante Informationen für Nachweise strukturiert bereitgestellt werden.

Damit wird die Verpackung vom einzelnen Betriebsmittel zu einem dokumentierten Bestandteil der Nachhaltigkeits-, Compliance- und Investitionsstrategie. Denn unter den neuen Rahmenbedingungen zählt nicht nur, was eine Verpackung verspricht. Entscheidend ist, was sich belegen lässt.

FAQ

Was ist eine EU-Konformitätserklärung für Verpackungen?

Mit der EU-Konformitätserklärung bestätigt der jeweils verantwortliche Wirtschaftsakteur, dass eine Verpackung die geltenden Anforderungen der PPWR erfüllt. Grundlage dafür ist eine technische Dokumentation, in der relevante Verpackungseigenschaften und Konformitätsnachweise nachvollziehbar festgehalten werden.

Warum werden Nachhaltigkeitsnachweise für Verpackungen immer wichtiger?

Die PPWR und die EmpCo-Richtlinie erhöhen die Anforderungen an Dokumentation und Kommunikation. Unternehmen müssen relevante Verpackungsdaten strukturiert erfassen und Umweltaussagen mit überprüfbaren Belegen absichern. Belastbare Nachweise unterstützen zudem Beschaffungs-, Audit- und Risikomanagementprozesse.

Was bedeutet die EmpCo-Richtlinie für Unternehmen?

Die EmpCo-Richtlinie schränkt allgemeine oder nicht ausreichend belegte Umweltaussagen stärker ein. Unternehmen müssen Nachhaltigkeitsaussagen deshalb präzise formulieren, transparent einordnen und auf nachvollziehbare beziehungsweise überprüfbare Nachweise stützen.

Warum reicht eine nachhaltige Verpackung allein nicht mehr aus?

Entscheidend ist nicht nur, welche ökologischen Eigenschaften eine Verpackung aufweist, sondern auch, ob diese belegbar sind und die Verpackung zugleich Produktschutz, Recyclingfähigkeit, Prozessstabilität und regulatorische Anforderungen erfüllt. Gefragt ist daher ein dokumentiertes Gesamtsystem aus Material, Produkt, Maschine, Prozessen und belastbaren Daten.