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Food Waste- Teil 3: Kunststoff & Nachhaltigkeit: Widerspruch oder Teil der Lösung?

Kunststoff hat einen schlechten Ruf – kann aber entscheidend dazu beitragen, Food Waste zu vermeiden

Kunststoffverpackungen stehen häufig in der Kritik. Gleichzeitig sind sie in vielen Anwendungen nach wie vor ein zentraler Faktor für Produktschutz, Haltbarkeit und effiziente Logistik. Entscheidend ist deshalb nicht die einfache Frage „Kunststoff ja oder nein?“, sondern wie intelligent, materialeffizient und recyclingfähig Verpackungen entwickelt werden.

Food Waste - Teil 3: Kunststoff & Nachhaltigkeit: Widerspruch oder Teil der Lösung?

datetime 21/07/2026 readtime 4 min.

Sind Kunststoffverpackungen Teil der Lösung?


Die Antwort lautet: Ja. 

Auch wenn dem Werkstoff Kunststoff seit jeher in der öffentlichen Wahrnehmung ein eher negatives Image anhaftet – in vielen Anwendungsbereichen können Kunststofffolien auch heute noch nicht so einfach durch alternative Packstoffe ersetzt werden. Zudem bieten Kunststoffverpackungen im Vergleich zu anderen Verpackungsarten wie Glas, Papier, Karton oder Alu Vorteile: Sie punkten mit einem geringen Gewicht bei hoher Stabilität, sind kosteneffizient in der Herstellung, vielseitig formbar und sie lassen sich mit den erforderlichen Barriereeigenschaften und auch Funktionalitäten wie Wiederverschluss, Öffnungshilfen, Spouts u.v.m. ausstatten.

Wichtig ist allerdings: Kunststoff ist nicht automatisch nachhaltig. Überdimensionierte Verpackungen, unnötige Materialverbunde oder schwer recycelbare Strukturen sind keine zukunftsfähigen Lösungen. Nachhaltig wird Verpackung erst dann, wenn Materialeinsatz, Schutzfunktion und Kreislauffähigkeit sinnvoll zusammen gedacht werden.

Was sich verändert: weniger Material, mehr Recyclingfähigkeit

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt klar in eine Richtung: Materialeinsatz reduzieren, Monomaterial-Lösungen fördern und Verpackungen von Anfang an recyclingfähig designen. Besonders PP- und PE-basierte Strukturen gewinnen an Bedeutung, weil sie gute technische Eigenschaften mit verbesserter Kreislauffähigkeit verbinden können. Ergänzend rücken biobasierte Lösungen dort in den Fokus, wo sie funktional und wirtschaftlich sinnvoll einsetzbar sind.

→ materialreduzierten Strukturen
→ recyclingfähigen Mono-Material-Lösungen (PP/PE)
→ biobasierten Alternativen, wo sinnvoll

Regulatorik und Realität: Nachhaltigkeit muss auch bezahlbar bleiben

Auch regulatorisch steigen die Anforderungen. Die neue europäische Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) verschärft den Rahmen deutlich: Verpackungen sollen materialeffizienter gestaltet, besser recycelbar werden und unnötiger Leerraum soll reduziert werden. 
Gleichzeitig gilt: Nachhaltige Lösungen müssen in der Praxis funktionieren – und wirtschaftlich tragfähig sein. Denn weder Verarbeiter noch Verbraucher können unbegrenzt höhere Kosten tragen. Der Zielkonflikt zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit ist deshalb real, aber lösbar – durch intelligente Konzepte statt einfacher Gegensätze.

Wirtschaftlichkeit vs. Nachhaltigkeit – ist das eine berechtigte Frage?


Die Antwort lautet auch hier wieder: Ja. Denn all das, wovon bereits die Rede war, muss weitgehend bezahlbar sein. Auf dem Weg zu weniger Nahrungsmittelverschwendung und Nahrungsmittelverlust gilt demnach also auch, dass Verpackungsmaschinen und Verpackungslösungen den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei den Verarbeitern gerecht werden und nicht zuletzt die wirtschaftliche Lage der Verbraucher berücksichtigen sollten. Insbesondere in angespannten Zeiten wie derzeit ist zum Beispiel die Bereitschaft der Verbraucher, für eine PP- oder PE-basierte und damit recyclingfähige Verpackung etwas mehr zu zahlen, unter Umständen limitiert.

Dennoch gilt: Kein Fortschritt ohne Vision. Und keine Vision ohne Ehrgeiz und Mut. Wollen wir ehrgeizige Ziele erreichen, ist jedes einzelne Glied der Prozesskette wichtig – von der Gesellschaft im Ganzen angefangen bis zum Konsumenten, von Industrie, Logistik und Handel bis hin zu Politik und Gesetzgebung, von Indien bis Südamerika. Wir von SÜDPACK stellen uns den Herausforderungen. Denn auch in Zukunft möchten wir mit unseren Produkten die Welt ein bisschen besser machen.

SÜDPACK-Perspektive: Lösungen, die in der Praxis funktionieren


Für SÜDPACK steht deshalb ein Ansatz im Mittelpunkt, der Wirkung und Umsetzbarkeit verbindet: sichere, effiziente und nachhaltigere Verpackungslösungen, die in hochentwickelten Industrienationen ebenso funktionieren wie in Regionen mit Infrastruktur- oder Kühlkettenherausforderungen. Denn nur wenn Verpackungssysteme technisch beherrschbar, wirtschaftlich darstellbar und lokal anwendbar sind, können sie ihr Potenzial zur Reduzierung von Food Waste wirklich entfalten.

Fazit:
Weniger Food Waste bedeutet mehr Ressourceneffizienz, mehr Klimaschutz und mehr Verantwortung entlang der gesamten Lebensmittelkette. Verpackungen – auch aus Kunststoff – sind dabei nicht automatisch Teil des Problems. Richtig konzipiert, sind sie ein zentraler Teil der Lösung.