Bis zu 60 % weniger Materialeinsatz, hohe Prozesssicherheit und eine Recyclingfähigkeit von über 90 %: Welche Anforderungen moderne Hackfleischverpackungen erfüllen müssen und wann ein Flow Pack eine sinnvolle Alternative zum Tray sein kann.
Flow-Pack-Konzepte zählen aktuell zu den meistdiskutierten Entwicklungen in der Frischfleischverpackung – und das aus gutem Grund. Die PPWR, steigende Anforderungen an Materialeffizienz und Recyclingfähigkeit sowie die wachsende Verknüpfung von Verpackungsdesign und regulatorischen Kosten rücken die Verpackung zunehmend in den Fokus strategischer Unternehmensentscheidungen. Doch wann lohnt sich bei Hackfleisch der Wechsel vom Tray zum Flow Pack? Darüber spricht Holger Hoss, Leiter Strategisches Produktmanagement bei SÜDPACK.

Kann ein Flow Pack die hohen Anforderungen von Hackfleisch überhaupt erfüllen?
Welche Anforderungen stellt Hackfleisch konkret an eine Verpackung?
Was bedeutet das konkret für einen Hersteller, der über eine Umstellung nachdenkt?
Welche Rolle spielt die Warenpräsentation am POS?
Bedeutet der Trend zum Flow Pack also langfristig das Ende der Tray-Verpackung?
Was ist Ihre wichtigste Empfehlung für Hersteller, die einen Wechsel prüfen?
Holger Hoss:
"Der wichtigste Treiber ist die Kombination aus Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und regulatorischen Anforderungen. Hersteller suchen nach Möglichkeiten, Verpackungsmaterial einzusparen, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig ihre Verpackungen zukunftssicher aufzustellen.
Flow-Pack-Konzepte bieten hier ein erhebliches Potenzial. egenüber einer vergleichbaren Tray-Verpackung kann CarbonLite® Flow Pack PurePP den Materialeinsatz um bis zu 60 % reduzieren. Bei 10 Millionen Verpackungen entspricht das rund 75 Tonnen weniger Packstoff.
Gleichzeitig eröffnen sich Vorteile bei Lagerung, Transport und Logistik. Hinzu kommt, dass Design for Recycling und Recyclingfähigkeit künftig nicht nur Nachhaltigkeitskennzahlen sind, sondern zunehmend wirtschaftliche Relevanz erhalten. Verpackungen werden immer stärker nach ihrer Kreislauffähigkeit bewertet.
Deshalb prüfen derzeit viele Hersteller, ob sich bestehende Tray-Konzepte durch moderne Flow-Pack-Lösungen ersetzen oder ergänzen lassen."
Holger Hoss:
"Ja. Moderne Flow-Pack-Konzepte können heute dieselben hohen Anforderungen an Produktschutz, Haltbarkeit und Prozesssicherheit erfüllen, die Hersteller von klassischen Tray-Lösungen erwarten.
In der Praxis beginnt jede Verpackungsentscheidung mit dem Produkt. Hackfleisch gehört zu den anspruchsvollsten Anwendungen im Frischebereich. Deshalb stehen vier Anforderungen im Mittelpunkt: Produktschutz und Haltbarkeit, Prozess- und Packungssicherheit, die Präsentation am Point of Sale sowie Nachhaltigkeit."
Holger Hoss:
"Beim Produktschutz und der Haltbarkeit stehen eine leistungsfähige Sauerstoffbarriere und MAP im Fokus. Nur wenn die Schutzatmosphäre zuverlässig erhalten bleibt, lassen sich Oxidation vermeiden und die erforderlichen Haltbarkeiten gewährleisten.
Bei der Prozess- und Packungssicherheit geht es um stabile Siegelnähte, hohe Linienleistungen und eine zuverlässige Verarbeitung. Gerade Hackfleisch zählt aufgrund von Produktsaft, möglichen Kontaminationen im Siegelbereich und hohen Maschinengeschwindigkeiten zu den anspruchsvollsten Anwendungen im Frischebereich.
Ebenso wichtig ist die Präsentation am POS. Verbraucher erwarten einen klaren Blick auf das Produkt und ein dauerhaft frisches Erscheinungsbild.
Und schließlich gewinnen Nachhaltigkeitsanforderungen kontinuierlich an Bedeutung. Gefragt sind recyclingfähige Verpackungen, ein reduzierter Materialeinsatz und eine verbesserte CO₂-Bilanz."
Holger Hoss:
"Ja. Entscheidend ist nicht das Verpackungsformat, sondern die Leistungsfähigkeit des gesamten Verpackungssystems.
Für Hackfleisch sind eine hohe Sauerstoffbarriere, zuverlässige Siegelnähte und eine stabile Schutzatmosphäre entscheidend. CarbonLite® Flow Pack PurePP wurde speziell für diese Anforderungen entwickelt.
Die Hochbarriere-Ausführung erreicht eine Sauerstoffdurchlässigkeit von weniger als 2,5 cm³/m²/d. In Kombination mit MAP entsteht eine Verpackungslösung, die die Haltbarkeit sensibler Fleischprodukte zuverlässig über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg unterstützt.
MAP erfüllt dabei sogar eine doppelte Funktion: Es trägt zur Haltbarkeit bei und bildet gleichzeitig ein variables Schutzpolster. Dadurch werden mechanische Belastungen während Transport, Handling und Warenpräsentation reduziert.
Für Verbraucher ebenso wichtig: Die transparente Antifog-Folie sorgt für einen dauerhaft klaren Blick auf Frische und Produktqualität im Kühlregal."
Holger Hoss:
"Absolut. Die Siegelnaht gehört zu den kritischsten Faktoren bei Hackfleischanwendungen. Produktsaft, mögliche Kontaminationen im Siegelbereich und hohe Produktionsgeschwindigkeiten stellen Verpackung und Maschine vor besondere Herausforderungen.
Wenn die Siegelung nicht zuverlässig funktioniert, können Undichtigkeiten entstehen. Das wirkt sich unmittelbar auf Haltbarkeit, Produktschutz und Ausschussquoten aus.
Deshalb haben wir CarbonLite® Flow Pack PurePP auf eine hohe Siegelnahtfestigkeit und ein breites Siegelfenster ausgelegt. In Kombination mit optimierten Gleiteigenschaften ermöglicht die Lösung eine stabile Verarbeitung auf horizontalen Schlauchbeutelanlagen auch bei Taktleistungen von über 100 Packungen pro Minute.
Das sorgt für eine hohe Prozesssicherheit, eine konstante Packungsqualität und reduzierte Stillstandszeiten."
Holger Hoss:
"Eine deutlich größere als noch vor wenigen Jahren.
Mit der PPWR und den Systemen der erweiterten Herstellerverantwortung werden Verpackungen künftig nicht mehr allein nach Materialkosten bewertet, sondern zunehmend auch nach ihrer Kreislauffähigkeit. Design for Recycling entwickelt sich damit vom Nachhaltigkeitsthema zu einem wirtschaftlichen Wettbewerbsfaktor.
Für Hersteller bedeutet das: Materialeffizienz, Recyclingfähigkeit und regulatorische Anforderungen müssen gemeinsam betrachtet werden.
CarbonLite® Flow Pack PurePP kombiniert genau diese Aspekte. Die Monomateriallösung erreicht eine Recyclingfähigkeit von über 90 % und reduziert den Materialeinsatz gegenüber einer vergleichbaren Tray-Verpackung um bis zu 60 %. Bei 10 Millionen Verpackungen entspricht das rund 75 Tonnen weniger Packstoff.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen gehen jedoch weit über die reine Materialeinsparung hinaus. Weniger Material bedeutet häufig auch geringere Lager- und Logistikaufwände, niedrigere Transportkosten sowie Vorteile bei verpackungsbezogenen Gebühren und zukünftigen regulatorischen Anforderungen.
Deshalb sollte eine Verpackungsumstellung nicht allein auf Basis des Materialpreises bewertet werden. Entscheidend ist der Business Case des gesamten Verpackungssystems entlang der Wertschöpfungskette."
Holger Hoss:
"Er sollte verschiedene Szenarien systematisch miteinander vergleichen.
Wie hoch ist der Materialverbrauch heute? Welche Auswirkungen ergeben sich auf Verpackungskosten, Lagerbedarf und Transport? Welche Einsparungen entstehen entlang der Lieferkette? Welche regulatorischen Kosten lassen sich durch ein recyclinggerechtes Verpackungsdesign positiv beeinflussen? Und welche Investitionen sind für die Verpackungstechnik erforderlich?
Erst aus dieser Gesamtbetrachtung entsteht ein belastbarer Business Case.
Deshalb ist eine Verpackungsumstellung immer eine Systementscheidung und keine reine Materialentscheidung."
Holger Hoss:
"Eine sehr wichtige. Die Verpackung muss nicht nur funktionieren, sondern das Produkt auch attraktiv präsentieren.
CarbonLite® Flow Pack PurePP kombiniert eine hohe Transparenz mit einer Antifog-Ausstattung. Dadurch bleibt der Blick auf das Produkt dauerhaft klar und Frische sowie Qualität werden unmittelbar sichtbar.
Gleichzeitig bietet die Folie hervorragende Möglichkeiten für hochwertige Druckbilder und eine aufmerksamkeitsstarke Markenkommunikation. Moderne Flow-Pack-Konzepte ermöglichen heute eine hochwertige und zeitgemäße Präsentation im Kühlregal."
Holger Hoss:
"Nein. Dafür unterscheiden sich Produkte, Produktionsprozesse und Vermarktungsstrategien zu stark.
Tray- und Flow-Pack-Lösungen haben beide ihre Berechtigung. Entscheidend ist nicht die Frage, welches Format grundsätzlich besser ist. Entscheidend ist, welches Verpackungskonzept die Anforderungen eines Produkts am effizientesten erfüllt.
Der interessante Wandel besteht darin, dass Verpackungen heute zunehmend als strategischer Erfolgsfaktor betrachtet werden. Themen wie Materialeffizienz, Recyclingfähigkeit, Logistik, regulatorische Anforderungen und CO₂-Reduktion gewinnen an Bedeutung und rücken Verpackungsentscheidungen stärker in den Fokus des Managements.
Flow Pack bietet Hackfleischherstellern großes Potenzial für Materialeinsparung, Recyclingfähigkeit und Logistikoptimierung. Der Erfolg eines Verpackungswechsels hängt jedoch nicht primär vom Material ab, sondern davon, wie gut das Verpackungskonzept auf die spezifischen Produktanforderungen abgestimmt ist.
Es gibt keine universelle Lösung. Der richtige Ansatz lautet:
Produktanforderungen definieren → Verpackungskonzept wählen → Material auswählen."
Holger Hoss:
"Ich würde immer mit dem Produkt und den konkreten Unternehmenszielen beginnen.
Zunächst müssen die Anforderungen an Produktschutz, Haltbarkeit, Linienleistung und Vermarktung definiert werden. Anschließend wird bewertet, welches Verpackungskonzept diese Anforderungen technisch, wirtschaftlich und nachhaltig am besten erfüllt. Erst danach sollte die Materialauswahl erfolgen.
Wichtig ist dabei, die Verpackung nicht als reine Materialentscheidung zu betrachten. Sie beeinflusst Kostenstrukturen, Prozesseffizienz, Recyclingfähigkeit, regulatorische Anforderungen, Logistik und letztlich auch die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.
Deshalb umfasst eine fundierte Bewertung neben Produkttests und Maschinentests auch die Analyse von Materialeinsatz, Recyclingfähigkeit, CO₂-Fußabdruck, Investitionsbedarf und Gesamtwirtschaftlichkeit.
Das Ergebnis muss deshalb nicht zwangsläufig Flow Pack heißen. Entscheidend ist, das Verpackungskonzept zu finden, das Produktschutz, Prozesssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit bestmöglich miteinander verbindet.
Genau dabei verstehen wir unsere Rolle bei SÜDPACK: Wir betrachten nicht einzelne Materialien, sondern das gesamte Verpackungssystem. Gemeinsam mit unseren Kunden bewerten wir technische Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, um die langfristig beste Lösung für die jeweilige Anwendung zu identifizieren."