Juli 2012

Die Sieger bauen Folienbrücken

Beim Schüler-Wettbewerb „Mut zur Brücke“ suchen das Gymnasium Ochsenhausen, die Hochschule Biberach und die Firma Südpack den besten Jugend-Kunststoff-Bauingenieur

 

Ochsenhausen (D) 23. Juli 2012. Die Sieger standen nach 2 Stunden intensiven Tests fest: das Team der Achtklässler Nico Kammerlander, Lukas Burmeister und Marco Huberle hatte eine extrem stabile und gleichzeitig funktionale Brücke gebaut, die lediglich aus Kunststofffolie besteht. Als Gewinner des Statikwettbewerbs „Mut zur Brücke“ konnten sie neben Sachpreisen auch die Auszeichnung „bester Jugend-Kunststoff-Bauingenieur“ mit nach Hause nehmen. Am Montag hatten 10 Teams ihre Brücken einer Jury aus Kunststoff- und Statikexperten von Südpack, der Hochschule Biberach und des Gymnasiums zum Statik-Test vorgelegt. Allen drei Gewinner-Mannschaften war die Freude nach dem Sieg deutlich anzumerken. Zuvor hatten die Jugendlichen der achten Klassen drei Wochen Zeit gehabt, sich mit Brückenbau zu beschäftigen und ihre Erkenntnisse in einem eigenen Projekt umzusetzen – mit einem für Brücken höchst ungewöhnlichen Baumaterial: Zwei verschiedene Arten Verpackungsfolie, die bei Südpack für den Wettbewerb hergestellt worden war.

„Das Siegermodell ist eine sehr solide gearbeitete Konstruktion eines mit einem Fachwerk unterspannten Balkens“, erläuterte der Professor Heiko Rahm, der als Bauingenieur den Schülern in der abschließenden Besprechung Stärken und Schwächen ihrer Bauwerke darlegte. Von einem echten Hochschullehrer bewertet zu werden, war dabei für die Schüler genauso neu wie die Tatsache, dass sie sich mit Stoff jenseits der Lehrpläne auseinandersetzen mussten und ihre Leistung nicht über Schulnoten, sondern über die Tragfähigkeit und Statik eines selbst hergestellten Produkts bewertet wurde. Zum zweiten Mal hatten die drei Bildungspartner den Wettbewerb durchgeführt. Neu in diesem Jahr war unter anderem, dass die Teams vor dem Bau eine Statik-Einführung vom Professor bekamen und gleichzeitig auch die Messlatte nach oben gesetzt wurde: In diesem Jahr war das Ziel eine Brücke, die tatsächlich einen Schüler tragen konnte. Die Siegerbrücke erfüllte diese Vorgabe leicht. Erst bei einem Gewicht von 54 Kilogramm gab das Tragwerk aus Verpackungsfolie nach.

„Die tollen Bauwerke, die hohe Teilnehmerzahl und der Einfallsreichtum beim Umgang mit einem unbekannten Baumaterial zeigen, dass wir mit dem Wettbewerb als zusätzliches Bildungsangebot richtig liegen“, sagte Tobias Beck, der betreuende Lehrer am Gymnasium. Im Sinne einer spannenden, motivierenden Bildung wolle man die Schüler reizen, sich freiwillig mit Technik-Themen auseinander zu setzen und Spaß daran zu finden. Aus diesem Grund sei die Teilnahme am Wettbewerb auch nicht verpflichtend gewesen.

Spaß hat es allen Beteiligten gemacht. „Wir freuen uns, dass auch der zweite Brückenwettbewerb ein so toller Erfolg für unsere Bildungspartnerschaft mit der Schule und für die Zusammenarbeit mit der Hochschule war“, sagte Helmut Dammann, Jurymitglied von Südpack. Die nächsten gemeinsamen Projekte sind schon geplant: Eine 5-Meter-Brücke, bei der Studenten der Hochschule und Schüler des Gymnasiums zusammenarbeiten sollen – und die natürlich aus Verpackungsfolie besteht.

Pressebericht des Gymnasiums Ochsenhausen